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Die dafr verwen- dete Software "uzercp" von Volker Ulle (Hannover) enth„lt alle Empfehlungen der GateBau, einem Forum, in dem Gatewaystandards entwickelt werden. Inhalt ---------------------------------------------------------- 1. Einfhrung 2. Bedienung des Gateways fuer Z-Netz-Benutzer 2.1. Liste der ausgetauschten Bretter mit "///INFO-REQUEST:NEWS" 2.2. Adressierung Z-Netz -> UUCP 2.3. Sonderzeichen im Benutzernamen 2.4. Header-Ergaenzungen mit Steuerzeilen 2.4.1. Lange Empf„ngeradressen mit "To: " 2.4.2. Adressmakros und Makroliste per "///INFO-REQUEST:MACROS" 2.4.3. Alternativer Antwortenempf„enger mit "Reply-To: " 2.4.4. Angabe des Realnamen mit "Realname: " 2.4.5. Debug-Modus mit "///" 2.5. Teilnahme an den Domains zer.sub.org, comlink.de und zer.de 2.6. Andere Netze, fremde Gateways; Liste mit "///INFO-REQUEST:GATEWAYS" 3. Bedienung des Gateways fuer UUCP-Benutzer 3.1. Liste der ausgetauschten newsgroups mit "///INFO-REQUEST:NEWS" 3.2. Liste der erreichbaren Z-Netz-Systeme mit "///INFO-REQUEST:SYSTEMS" 3.3. Adressierung UUCP -> Z-Netz 3.4. Domains im Z-Netz; Liste der Z-Netz-Systeme, die an einer Domain teilnehmen mit "///INFO-REQUEST:DOMAINS" 3.5. Andere Netze, fremde Gateways; Liste mit "///INFO-REQUEST:GATEWAYS" 4. Schlusswort Begriffserkl„rungen 1. Einfhrung --------------------------------------------------- Der Gateway xclhh erm”glicht den Transfer von Nachrichten zwi- schen den Netzbereichen mit UUCP-Protokoll (Unix-to-Unix-CoPy) und Z-Netz-Protokoll. Hierbei wird der Versand von pers”nlichen Nachrichten in vollem Adressierungsumfang untersttzt. Zudem wird eine von uns [Gemeint sind die Betreiber des Gateways xclhh. Anm. d. Red.] getroffene Auswahl von Newsgroups transportiert und angeboten. Weitere Newsgroups k”nnen auf Anfrage hinzugenommen werden. Die Adressierungsform wird vom Gateway soweit untersttzt und ge- wandelt, daá mit allen g„ngigen UNIX Mailer- und News-Systemen pers”nliche und ”ffentliche Antworten (Replies und Followups) m”glich sind. Auf Z-Netz-Seite gilt das gleiche. 2. Bedienung des Gateways fr Z-Netz-Benutzer ------------------- 2.1. Liste der ausgetauschten Bretter --------------------------- Eine vollst„ndige Liste der momentan ausgetauschten Newsgroups erhalten Sie durch Absenden einer Nachricht an den Empf„nger "UC@CL-HH.ZER" mit dem folgenden Betreff, wobei die drei einlei- tenden Schr„gstriche (Slashes) fr die Gatewaysoftware als Erken- nungssymbole verwendet werden: ///INFO-REQUEST:NEWS Der Nachrichtentext wird vom Gateway ignoriert. 2.2. Adressierung fr Z-Netz-Benutzer --------------------------- Dieser Abschnitt beschreibt, wie ein Z-Netz-Benutzer an einen Be- nutzer im UUCP-Netzbereich Nachrichten versenden kann. Am besten l„át sich dies anhand eines Beispiels demonstrieren: Sie haben einem Briefkopf die Internet-Adresse support@oln.comlink.de (UUCP-Adresse) entnommen. Dabei handelt es sich um den User "support", der ein pers”nliches Postfach auf dem Rechner "oln" besitzt, welcher an der Domain "comlink.de" teilnimmt. Diese Adresse k”nnen Sie fol- gendermaáen anschreiben: SUPPORT%OLN.COMLINK.DE@UUCP.ZER (Z-Netz-Adresse) Dabei ist zu beachten, daá das Prozent (%) in der Z-Netz-Adresse den sonst blichen "Klammeraffen" (@) ersetzt. Dies nennt sich "gekapselte Domainadressierung" und ist notwendig, da in einer Adresse nicht zwei dieser Klammeraffen vorkommen drfen. 2.3. Sonderzeichen im Benutzernamen ----------------------------- Das Sonderzeichen Ausrufezeichen (!) kann beim Z-Netz im Benut- zernamen auftauchen. Da im UUCP jedoch das Ausrufezeichen als Trennzeichen in einer Pfadangabe fungiert, kann es durch fehler- haft gesetzte Ausrufezeichen zum Verlust der Nachricht kommen. Aus diesem Grunde wird das Ausrufezeichen vom Gateway in einer Z-Netz-Absenderangabe umgewandelt in die (vom ASCII-Code abgelei- tete) Zeichenfolge #033#. In umgekehrter Richtung wird in eine Z-Netz-Adresse, die die Folge #033# enth„lt, an der entsprechen- den Stelle ein Ausrufezeichen eingesetzt. Dies ist auch bei expliziten "Reply-To: "-Zeilen zu beachten (n„here Erl„uterungen zu ihrer Bedeutung folgt im Abschnitt 2.4.3.)! Beispiel: Eine Z-Netz-Adresse lautet, wenn sie vom UUCP aus angeschrieben werden soll: a!meier@abc.xyz.de Da das Ausrufezeichen nicht innerhalb eines Usernamens verwendet werden darf, muá die Adresse folgendermaáen angegeben werden: a#033#meier@abc.xyz.de 2.4. Header-Erg„nzungen durch Steuerzeilen ---------------------- An dieser Stelle werden nun einige Beschr„nkungen deutlich ge- macht, die das Z-Netz-Headerformat beim Transport von Empf„nger- angaben aufweist: - Die maximale L„nge des Empfaengernamens ist begrenzt. - Es wird kein Realname transportiert. - Es kann keine Antwort-Adresse angegeben werden, die von der Ab- senderadresse abweicht. Diese Schw„chen werden durch die im folgenden beschriebenen Steuerzeilen ausgeglichen, welche dem eigentlichen Nachrichten- text vorangestellt werden. Wichtig ist dabei, daá Sie Steuerzei- len und Ihren normalen Nachrichtentext durch eine Leerzeile trennen. Es ist m”glich, mehrere Steuerzeilen kombiniert einzu- setzen. Der Inhalt dieser Zeilen wird bei der Konvertierung durch den Gateway in den Header eingefgt. 2.4.1. Lange Empf„ngeradressen mit "To: " ----------------------- Im Z-Netz ist die L„nge der Adressfelder auf 40 Zeichen begrenzt. Eine solche Limitierung gibt es im UUCP nicht. Liegt nun eine sehr lange UUCP-Adresse vor, so senden Sie ihre Nachricht einfach an die jeweilige Gateway-Service-Adresse, die sich aus einer Gateway-Id und dem zum Gateway geh”renden Server im Z-Netz ergibt. Diese beiden Daten k”nnen bei jeder Nachricht, die ber einen Gateway das Z-Netz erreicht, aus der "X-Gateway:"-Zeile entnommen werden. Bei xclhh lautet diese Zeile z.B.: X-Gateway: UC CL-HH [irgendein Text] Die Gateway-Id ist somit "UC" und der Server "CL-HH". Die Gateway-Service-Adresse ergibt sich also zu "UC@CL-HH.ZER". Gate- way-Ids sind einmalig, da sie zentral vergeben werden und identifizieren den zugeh”rigen Gateway somit eindeutig. Schicken Sie Ihre Nachricht also an diese Service-Adresse, schreiben in die erste Zeile (wichtig!) Ihres Textes ein "To: " und danach ganz normal die Empf„ngeradresse. Beim "To: " ist die exakte Schreibweise notwendig (groáes "T" gefolgt von kleinem "o", Doppelpunkt und einem Leerzeichen)! Beispiel: Ich schreibe eine Mail an den User "postmaster" auf dem UUCP-Rechner "fbihh.informatik.uni-hamburg.de". Dazu gebe ich als Empfaengerangabe in der Z-Netz-Mailbox ein: UC@CL-HH.ZER und schreibe dann in die erste Zeile meiner Nachricht: To: postmaster@fbihh.informatik.uni-hamburg.de gefolgt von einer Leerzeile. Wichtig: In dieser Steuerzeile darf der Klammeraffe (@) nicht durch ein Prozent (%) ersetzt werden. Die Zeichenfolge hinter dem "To: " wird so in die UUCP-Adresse eingesetzt, wie sie dort steht - ohne jegliche Wandlung! Auf diese Weise k”nnen beliebige UUCP- Empf„ngerangaben zusammengestellt werden. 2.4.2. Adressmakros und Makroliste per "///INFO-REQUEST:MACROS" - Schlieálich wird von der xclhh bei zu langen Adressen noch automatisch ein "Trick" angewendet, um m”glichst komfortabel zum gewnschten Ergebnis zu kommen: Es werden Makros generiert, die die Adressen verkrzen. Da im Z-Netz nur Absenderangaben bis zu einer bestimmten L„nge (maximal 40 Zeichen) zul„ssig sind, werden die Domains aus den Absenderangaben extrahiert, in aufsteigender Reihenfolge als Makros durchnummeriert und im Gateway gespeichert. Auáerdem tauschen alle GateBau-konformen Gateways diese Makrotabellen st„ndig untereinander aus, so daá im ganzen Z-Netz immer eine Aktualit„t der Listen gegeben ist. Auf diese Weise k”nnen alle Absenderangaben auf eine akzeptable L„nge verkrzt werden, indem die Domain-Teile der Absenderangaben durch Makros ersetzt werden. Die Makros beginnen mit einem Dol- larzeichen ($), gefolgt von der Gateway-Id, die aus zwei Zeichen besteht und einer Zahl. Verwendet der Gateway ein solches Makro bei der Konvertierung von UUCP nach Z-Netz, so wird in die erste Zeile der Nachricht die vollst„ndige UUCP-Absenderangabe in Form der blichen "From: "- Zeile gesetzt, damit der Absender trotz des Makros noch eindeutig erkennbar ist. Es kann nun problemlos eine Antwort aus dem Z-Netz zurck ins UUCP versandt werden, da das verwendete Makro im Gate- way vor der Zustellung wieder zurckkonvertiert wird. Es ist m”glich, eine aktuelle Liste der im jeweiligen Gateway verwendeten Makros abzurufen. Schicken Sie dazu eine Mail an die Gateway-Service-Adresse des jeweiligen Gateways (z.B. UC@CL-HH .ZER), bei der im Betreff steht: ///INFO-REQUEST:MACROS Beispiel: Der UUCP-Absender lautet user%cip-s01.informatik.rwth-aachen.de@uucp.zer Der Gateway k”nnte nun diese Adresse in: user%cip-s01.$UC73@uucp.zer umwandeln. Dabei steht $UC73 fr das 73. Makro im xclhh-Gateway, das lautet: informatik.rwth-aachen.de. Beim Versenden einer Nachricht aus dem Z-Netz ins UUCP wrde die- ses Makro automatisch wieder in die Ursprungsadresse zurckgewan- delt. 2.4.3. Alternativer Antwortempf„nger mit "Reply-To: " ----------- Sie haben weiterhin die M”glichkeit, die UUCP-Angabe "Reply-To: " (Antwort an) am Anfang der Nachricht einzufgen. Diese Steuerzeile fhrt dazu, daá eine eventuelle Antwort auf ihre Nachricht aus dem UUCP nicht an Ihre eigene Adresse (also die Absendeadresse) sondern an die in der "Reply-To: "-Zeile spezifizierte gesendet wird. 2.4.4. Angabe des Realnamens mit "Realname: " ------------------- Im Usenet kann zwar ein beliebiger Username verwendet werden, es wird aber erwartet, daá sich im Header zus„tzlich auch der br- gerliche Name - der sogenannte Realname - befindet. Da fr diesen Namen im Header des Z-Netz-Netcallformat kein Platz vorgesehen ist, muá auch bei dieser Information mittels einer Steuerzeile auf den Textteil ausgewichen werden. Beispiel: Realname: Erika Musterfrau 2.4.5. Debug-Modus mit "///" ------------------------------------ Als letzte Information in diesem Abschnitt schlieálich noch etwas fr diejenigen, die mit den versandten Nachrichten n„here Infor- mationen vom Gateway wnschen: Befinden sich im Betreff einer Nachricht als erste drei Zeichen Schr„gstriche (///), so wird der Gateway in den "Debug-Modus" geschaltet, der zahlreiche interne Informationen zur Verfgung stellt. So werden z.B. die UUCP- Header und -Envelopes voll bertragen und einige Dateinamen fr den internen Gebrauch. 2.5. Teilnahme an den Domains "zer.sub.org", "comlink.de" und "zer.de" ------------------- Soll ein Brief das Usenet verlassen und ist zudem kostenpflich- tig, so ist eine Adressierung nur dann m”glich, wenn die entsprechende Mailbox in einer Domain eingetragen ist, wenn ihr Betreiber sich also vertraglich verpflichtet hat, die entspre- chenden Kosten zu bernehmen. Wer als Betreiber eines Z-Netz- Systems an dem kostenpflichtigen internationalen Mailverkehr unter der bestehenden Standard-Domain ".zer.sub.org" teilnehmen will, wendet sich bitte zur Vereinbarung der Kostenpflichtigkeit an ULRICHS%SMURF@UUCP.ZER (keine monatlichen Gebhren, sondern 3 Pfennig pro Kilobyte international). Wer an der IN-Pauschalre- gelung teilnehmen will (momentan 30 DM pro Monat), wende sich an POSTMASTER@CL-HH.ZER fr die Domain "comlink.de" und an M.HUSEMANN@BI-LINK.ZER fr die Domain ".zer.de". 2.6. Andere Netze, fremde Gateways; Liste mit "///INFO-REQUEST:GATEWAYS" ----------------------- Um die Erreichbarkeit anderer Netze insgesamt weiter zu verbes- sern und den Nachrichtenverkehr im Hinblick auf die RFC zu vereinheitlichen, erfahren nun auch Gateways zu fremden Netzen in der xclhh eine Sonderbehandlung. Adressen aus Fremdnetzen mit eigener Domain werden nun ebenfalls korrekt gewandelt. Die Trans- parenz der xclhh hat somit nochmals erheblich zugenommen, so daá Nachrichten aus Fremdnetzen sich von Nachrichten aus dem Z-Netz durch nichts mehr unterscheiden. Eine entsprechende Tabelle mit Gateway-Systemnamen und Domains kann bei UC@CL-HH.ZER durch eine Nachricht mit dem Betreff ///INFO-REQUEST:GATEWAYS angefordert werden. 3. Bedienung des Gateways fr UUCP-Benutzer --------------------- Das System "xclhh" ist im de-Netz unter der Domain ".comlink.de" erreichbar. Es tauscht mehrmals t„glich Daten mit einem Usenet- System aus. 3.1. Liste der ausgetauschten Newsgroups mit "///INFO-REQUEST:NEWS" ---------------------- Eine vollst„ndige Liste der momentan ausgetauschten Bretter erhalten Sie durch Absenden einer Nachricht an "postmaster@ xclhh.comlink.de" mit dem Betreff: ///INFO-REQUEST:NEWS 3.2. Liste der erreichbaren Z-Netz-Systeme mit "///INFO-REQUEST:SYSTEMS" --------------- Die aktuelle Liste s„mtlicher ber xclhh erreichbaren Z-Netz- Systeme erhalten Sie durch Absenden einer Nachricht an "postmaster@xclhh.comlink.de" mit dem Betreff: ///INFO-REQUEST:SYSTEMS 3.3. Adressierung UUCP -> Z-Netz -------------------------------- Ist der Name des Empf„ngers der Nachricht und das Z-Netz-System, auf dem er zu erreichen ist, bekannt, so kann eine Bang- oder Domainadressierung ber xclhh verwendet werden. Auf der Z-Netz- Seite reicht ein Bang mit dem Namen des Z-Netz-Systems und des Benutzers oder die entsprechende Domain-Version. Ein Beispiel verdeutlicht dies. Aus dem Subnet soll der Benutzer "LARRY" auf dem Z-Netz-System "A-LINK-H" erreicht werden. Dies kann ohne Domainbenutzung grunds„tzlich auf zwei Weisen geschehen. 1.) Bang-Adressierung: ...!lutzifer!xclhh!a-link-h!larry Diese Adressierung erklaert sich von selbst. 2.) Gekapselte Domain-Form: a-link-h.zer!larry@xclhh.comlink.de oder: larry%a-link-h.zer@xclhh.comlink.de Dabei ist zu beachten, daá das Prozent (%) in der Z-Netz-Adresse den sonst blichen Klammeraffen (@) ersetzt. Dies nennt sich "gekapselste Domainadressierung" und ist notwendig, da in einer Adresse nicht zwei Klammeraffen vorkommen drfen. Statt des Pro- zents kann auch ein Doppelkreuz (#) verwendet werden. Das xclhh- System l”st die Adresse nach den gltigen Priorit„tsregeln auf und ersetzt folglich das letzte in der Adresse auftauchende Pro- zentzeichen oder Doppelkreuz durch den im Z-Netz notwendigen Klammeraffen. Daá nur das letzte Prozentzeichen (Doppelkreuz) ersetzt wird, hat den Vorteil, daá dieses Sonderzeichen an allen anderen Stellen in der Adresse verwendet werden kann. 3.4. Domains im Z-Netz; Liste der Z-Netz-Systeme, die an einer Domain teilnehmen mit "///INFO-REQUEST:DOMAINS" Es werden nun jedoch in zunehmendem Maáe auch im Z-Netz-Bereich Domains eingefhrt. Die Standard-SubDomain "zer.sub.org" des SubNetzes fr den Z-Netz-Bereich erm”glicht allerdings keine kostenpflichtigen Mails, auáer man vereinbart die Kostenpflich- tigkeit explizit. Deshalb ist diese Domain ohne weitere Vereinba- rung nur innerhalb Deutschlands aus kostenfreien Netzen anzuwen- den. Z-Netz-Domains mit Kostenbernahme sind z.B. ".comlink.de" und ".zer.de", die dem "IN" (Individual Network) zugeordnet sind. Eine Liste aller momentan ber Domain-Adressierung erreichbaren, registrierten Z-Netz-Systeme mit den zugeh”rigen Domains erhalten Sie durch Absenden einer Nachricht an "postmaster@xclhh .comlink.de" mit dem Betreff: ///INFO-REQUEST:DOMAINS Alle in dieser Liste vorhandenen Systeme k”nnen kostenpflichtige Mails empfangen und auch absenden. Mit Domainadressierung l„át sich ein Z-Netz-System dann wie jedes andere System im Usenet adressieren, also in der Form: user@z-netz-system.domain Beispiel: r.leemann@link-ch1.comlink.de 3.5. Andere Netze, fremde Gateways; Liste mit "INFO-REQUEST:GATEWAYS" -------------------------- Um die Erreichbarkeit anderer Netze insgesamt weiter zu verbes- sern und den Nachrichtenverkehr im Hinblick auf die RFC zu vereinheitlichen, erfahren nun auch Gateways zu fremden Netzen in der xclhh eine Sonderbehandlung. Adressen aus Fremdnetzen mit eigener Domain werden nun ebenfalls korrekt gewandelt. Die Trans- parenz der xclhh hat somit nochmals erheblich zugenommen, so daá Nachrichten aus Fremdnetzen sich von Nachrichten aus dem Z-Netz durch nichts mehr unterscheiden. Eine entsprechende Tabelle mit Gateway-Systemnamen und Domains kann bei UC@CL-HH.ZER durch eine Nachricht mit dem Betreff ///INFO-REQUEST:GATEWAYS angefordert werden. 4. Schluáwort --------------------------------------------------- Soweit die allgemeinen Informationen zur Adressierung zwischen UUCP und Z-Netz, die auf einen Text von Volker Ulle (V.ULLE@A- LINK-H.ZER oder v.ulle@a-link-h.comlink.de) zurckgehen. Ihm sei an dieser Stelle herzlich fr seine Arbeit gedankt. Danken m”chte ich auch Frank M”ller (CL-HH), Roby Leemann (LINK-CH1) und allen anderen, die mir bei der šberarbeitung tatkr„ftig geholfen haben! Begriffserkl„rungen --------------------------------------------- Domain ------- Eine Domain umfaát eine gewisse Anzahl von Rech- nern, die unter einem gemeinsamen Namen zusammengefaát sind. So lautet beispielsweise die Adresse des Rechners CL-HH "cl- hh.comlink.de", wobei "comlink.de" die Domain ist. Envelope ----- Engl.: Briefumschlag. Der Envelope dokumentiert zus„tzliche Adressierungsinformationen, etwa wenn eine Nach- richt an einen Verteiler geschickt wurde. Gateway ------ Engl. sinngem„á: Zugang. Ein Gateway bildet einen šbergang zwischen zwei Netzen. Dabei werden beim hier beschrie- benen xcl-hh-Gateway unterschiedliche Nachrichtenformate (also ihre ->Header) aufeinander abgebildet. Header ------- Von engl. head: Kopf. Ein Header ist ein der Nachricht vorangestellter Teil, der administrative Informatio- nen enth„lt, also etwa die Adresse des Absenders. Mail --------- Engl.: Brief. Auch als Electronic-mail, E-mail oder Personal-mail (PM) bezeichnet. Es handelt sich um eine pers”nliche Nachricht, die ausschlieálich an einen bestimmten Empf„nger gerichtet ist. Mailer ------- Ein Programm, das Mails zustellt, wird als Mailer bezeichnet. News --------- Engl.: Neuigkeiten. News sind ”ffentlich zug„ngli- che Nachrichten in einem Netz. Newsgroups --- Engl.: Gruppe von Neuigkeiten. Newsgroups sind Themenrubriken, in die ”ffentliche Nachrichten eingespeist wer- den. PM ----------- ->Mail Protokoll ---- Ein Protokoll ist ein Satz von Regeln und Verein- barungen, die den Informationsfluá in einem Kommunikations- system steuern. Der Begriff wird in der Datenfernbertragung als Kurzform fr "šbertragungsprotokoll" verwendet. RFC ---------- Request for Comment. Engl.: Bitte um Kommentar. šber RFC werden neue, kommunikationstechnische Standards disku- tiert und definiert. Auf diese Weise ist eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten entstanden. Server ------- Von engl. to serve: dienen. Ein Server ist ein Rechner, der anderen Rechnern Daten liefert. UUCP --------- Unix-to-Unix-CoPy. UUCP ist ein auf dem Betriebs- system Unix entstandener Mechanismus zum Kopieren von Dateien zwischen unterschiedlichen Rechnern ber serielle Verbindungen. Oft wird der Begriff UUCP auch als Bezeichnung fr die Ge- samtheit der Rechner verwendet, die mittels UUCP Mails und News austauschen. Z-Netz ------- Das Z-Netz ist ein Mailbox-Netz, das auf der Zerberus-Software (und kompatiblen Produkten) aufgebaut ist. Auf dieser Software-Plattform existieren noch eine Reihe weite- rer Netze, wie z.B. das CL-Netz oder das T-Netz. Dietrich L”bner studiert Informatik mit Nebenfach Psychologie an der Universit„t Hamburg. Er war seit 1988 maágeblich am Aufbau der Hamburger Mailbox CL-HH beteiligt und ist Mitbegrnder des Freien Telekommunikations-Zentrums Hamburg e.V. Versuchskaninchen und Schlaufchse? ----------------------------------------------------------------- Nutzungsrealit„t und denkbare Nutzungsmodelle im elektronischen Brgernetz Von Frank M”ller Inhalt Kulissend”rfer verhindern die Entwicklung des Mediums (x) Die ”ffentliche Nachricht (y) Die geschlossene Benutzergruppe (z) Die pers”nliche Nachricht (A) Nachrichten "saugen" (B) Ausstreuen von Informationen (C) Kontakte knpfen (D) Feedback fr Printmedien (E) Organisationsmittel Literatur Die Szene der computerbegeisterten Zeitgenossen kommuniziert in selbst aufgebauten elektronischen Kommunikationsnetzen, die auf der Basis von handelsblichen Personal Computern zuverl„ssig funktionieren. Diese Tatsache ist einer groáen Zahl von Auáenste- henden durchaus bekannt. Leider ist jedoch zu wenig deutlich, was diese Netze in der t„glichen Anwendung derzeit konkret leisten. Dies ist gerade deshalb bedauerlich, weil die Zahl der Menschen und Organisationen, die von elektronischer Kommunikation profi- tieren k”nnten, recht groá ist. Diesem Kreis sollte die Chance gegeben werden, eigene Ideen und Konzepte fr die Anwendung von Computernetzen zu entwickeln. Dazu einiges Grundlagenwissen bei- zutragen, ist das Anliegen des vorliegenden Artikels. Bei dem Bemhen, weitere Personenkreise an das neue Medium Compu- ternetz heranzufhren, liegt die groáe Gefahr in der Verwechslung der aktuellen Nutzungsrealit„t mit den Tr„umen ber die Zukunft. Dafr sei ein Beispiel aus der Praxis angefhrt: Die Betreiberge- meinschaft einer Hamburger Mailbox nutzte die Gelegenheit, einer Organisation fr Mieterhilfe die M”glichkeiten der bundesweiten Kommunikationsnetze schmackhaft zu machen. Da man wuáte, daá die Organisation sehr an aktuellen Gerichtsurteilen zum Thema Miet- recht interessiert ist, erz„hlten die Freaks der Betreibergemein- schaft etwas von den juristischen Themenrubriken des Z-Netzes und des ComLink-Netzes. Mit offenbar weitgehenden Erwartungen erschienen zwei Juristen der Mieterorganisation zu einer Vorfhrung des Systems. Erst jetzt stellten die Mailbox-Betreiber fest, daá in den juristi- schen Themenrubriken seit Monaten keine relevanten Informationen erschienen waren. Die G„ste erkannten schnell, daá sie mit ihrem Spezialgebiet derzeit weitgehend allein in den Brgernetzen sein wrden. Etwas entt„uscht lieáen sie wissen, daá sie eigentlich gar nicht gern die Rolle von Versuchskaninchen im Netz spielen wollten. Die Betreiber der Mailbox muáten zugeben, daá sie fal- sche Erwartungen geweckt hatten. Der entstandene Schaden liegt nun besonders darin, daá die potentiellen Nutzer regelrecht abge- schreckt wurden. Es ist zu erwarten, daá sie nun fr lange Zeit die Finger von dieser Technik lassen werden. Dagegen h„tte eine genaue Analyse der Aufgabenstellung der Mieterorganisation wahr- scheinlich ergeben, daá sie von dem Kommunikationsnetz schon heu- te durchaus profitieren k”nnte, wenn sie es nicht als Informa- tions- sondern z.B. als Propaganda- oder Organisationsmittel nut- zen wrde. Kulissend”rfer verhindern die Entwicklung des Mediums ----------- H„tten die Betreiber der Mailbox also keine Luftschl”sser auf ei- nem v”llig abwegigen Gel„nde gebaut sondern stattdessen den unbe- darften Juristen etwas ber die gegenw„rtige Nutzungsrealit„t und deren Ausbauf„higkeit vermittelt, so w„ren sie erfolgreicher ge- wesen. Sie h„tten den Eindruck hinterlassen, daá elektronische Kommunikation auch fr einen Mieterverein ntzlich sein kann, wenn aus den bereits heute ausdifferenzierten Nutzungsformen ein ntzlicher Mix zusammengestellt wird. In dem Bewuátsein, daá der Austausch ber Computernetze ein sehr effektives und vielseitiges Mittel fr unterschiedliche Zwecke sein kann, werden folgend die grundlegenden Funktionsmerkmale einer Mailbox von (x) bis (z) er- l„utert. Aus diesen technischen Grundlagen ergeben sich verschie- dene Nutzungsformen, die anschlieáend von (A) bis (E) kategori- siert werden. Eine Anwenderin oder ein Anwender hat also die M”glichkeit, be- liebige Dateien aus dem eigenen Computer ber das Netz zu ver- schicken. Dazu z„hlen beliebige Texte, Graphiken, Programme, Da- tenbanken usw. Dabei spielt keine Rolle, welches Computerfabrikat der Anwender benutzt. Zwar wird ein Programm fr einen IBM Per- sonal Computer, nachdem es an einen Apple Macintosh verschickt wurde, dort selbstverst„ndlich nicht funktionieren. Fr einen Text aber gibt es keinerlei Systemgrenzen. Der Versand von Da- teien l„át sich nun in folgende drei Kategorien einteilen: (x) Die ”ffentliche Nachricht ----------------------------------- Wichtigstes Element der elektronischen Kommunikation ist die ”f- fentliche Nachricht. Der Netznutzer versendet dabei eine Datei mit dem Wunsch, daá sie einem m”g- lichst groáen Kreis von Menschen zug„nglich wird. Dabei wird der Text /cl/!wichtig (oder eine sonstige Datei) vom Ab- /cl/adressen/allgemein sender einer im System vordefinier- /cl/adressen/e-mail ten ”ffentlichen Themenrubrik zuge- /cl/adressen/suche ordnet. Alle Netzteilnehmer, die nun /cl/afrika/aktionen diese Rubrik beim System aboniert /cl/afrika/allgemein haben, sich also fr das Thema in- (...) teressieren, erhalten die in der Ru- /cl/kultur/politik brik ver”ffentlichte Datei. Auch be- /cl/kultur/sport kommen sie entsprechend alle weite- /cl/kultur/szene ren Dateien, die von verschiedenen /cl/maenner/allgemein Absendern dieser Rubrik zugeordnet /cl/maenner/diskussion wurden. Diese Sendeform ist am ehe- (...) sten der einer Nachrichtenagentur /cl/wasser/diskussion vergleichbar: Von verschiedenen /cl/wasser/meeresschutz Punkten ausgehend werden Texte an /cl/wirtschaft/allgemein eine Unzahl von Empf„ngern ausge- /cl/wirtschaft/arbeit streut. Einen winzigen Ausschnitt (...) der etwa 270 Themenrubriken des deutschsprachigen CL-Netzes ist ne- benstehend als Beispiel gezeigt. Das System des Freien Telekommu- nikations-Zentrums Hamburg bietet z.B. derzeit ber eintausend nationale und internationale Themenrubriken an. (y) Die geschlossene Benutzergruppe ----------------------------- Eine weitere Versandform ist die innerhalb einer sogenannten ge- schlossenen Benutzergruppe oder englisch "Closed User Group" (CUG). Dabei handelt es sich um Themenrubriken, die nur einer be- stimmten Gruppe von Personen zug„nglich ist, d.h. nur die vorher eingetragenen Nutzer (etwa die Mitglieder eines Vereins oder alle Teilnehmer einer bestimmten Mailbox) k”nnen Nachrichten aus die- sen Themenrubriken lesen oder dort etwas hineinschreiben. Es han- delt sich also um definierte Teil”ffentlichkeiten. Diese Funktion der geschlossenen Benutzergruppe ist mit den Verteilerlisten in Beh”rden oder anderen Organisationen vergleichbar. (z) Die pers”nliche Nachricht ----------------------------------- Drittens existiert die M”glichkeit, pers”nliche Nachrichten zu versenden. Solche werden h„ufig auch als "Personal Mail" (PM) be- zeichnet. Da jeder Nutzer des Kommunikationsnetzes eine eigene Adresse erh„lt, k”nnen ihm beliebige Dateien direkt zugeschickt werden. Die Nachricht erh„lt nur der Empf„nger und niemand sonst. Es handelt sich hier also um die klassische Briefpost von Indivi- duum zu Individuum. Alle genannten Formen spielen sich aber technisch innerhalb eines Systems ab. Der Anwender erh„lt, sofern er eine heute l„ngst zum Standard z„hlende sog. "Point-Software" benutzt, die verschieden- sten Nachrichten, ob pers”nliche Briefe, Beitr„ge aus ”ffentli- chen Brettern oder geschlossenen Benutzergruppen, in einem Paket. Umgekehrt verschickt er sie auch so. Eine Aufteilung und entspre- chende Weiterleitung nimmt erst der Mailboxrechner vor. Diese Einrichtung erleichtert auch die kombinierte Weiterleitung von Dateien durch die Nutzer. So kann eine Information aus einer ”f- fentlichen Themenrubrik von einem Benutzer mit wenig Aufwand als pers”nliche Nachricht an einen Bekannten weitergeleitet werden; eine Datei aus einer Closed User Group kann in eine ”ffentliche Themenrubrik weitergeleitet werden usw. Aus diesen vielf„ltigen M”glichkeiten ergeben sich nun die unterschiedlichsten Nutzungs- konzepte. Vier dieser Konzepte sollen hier beschrieben werden. (A) Nachrichten "saugen" ---------------------------------------- Das "Nachrichtensaugen" ist die liebste Vorstellung aller Teil- nehmer im Netz. Es ist der Traum von einem System, das jeden Tag zu allen denkbaren Themen neueste und fundierte Informationen liefert. Genau das aber kann das Netz nicht oder nur bedingt lei- sten. Der Grund dafr liegt im derzeitigen Mangel an qualifizier- ten Informationsanbietern. Verbreitet sind somit eher die speku- lativen Diskussionen der Laien. Allerdings gibt es groáe Unter- schiede zwischen den Themenrubriken. Fr erfahrene Nutzer bietet das Medium so schon heute wesentlich mehr als bloáe Unterhaltung in Form der neuesten Public-domain-Programme (also frei kopier- barer Software) oder netter schriftlicher Diskussionen. So wird ein Wissenschaftler oder Journalist, der an Informationen ber Risiken der Informationstechnik interessiert ist, das Risks- Forum im UseNet bestellen. Hier werden Beitr„ge von zum Teil na- menhaften Wissenschaftlern ver”ffentlicht. Sie berichten ber mangelnde Sicherheit und Unf„lle bei der Anwendung von Informa- tionstechnik. Will jemand die Stichhaltigkeit dieser Nachrichten prfen, so hat er ber das Netz die M”glichkeit, mit dem Modera- tor der Themenrubrik oder den Autoren der Artikel in Kontakt zu treten. Die empfangene Information fhrt also bereits hier zum Anknpfen von Kontakten (vgl. Abschnitt C). Weitere Themenrubriken, die verwertbare Informationen enthalten, sind die der Association for Progressive Communications (APC). Hier schreiben engagierte Mitarbeiter von verschiedensten Brger- organisationen weltweit. Im deutschsprachigen Bereich sind es die "CL"-Rubriken, die vielfach interessante und brauchbare Beitr„ge von Organisationen oder Initiativen enthalten. Mit etwas šbung und Nachhaken ber das Netz er”ffnet sich also auch hier eine interessante Informationsquelle zu unterschiedlichsten Themen. Mitarbeiter nicht nur der freien Radios und der Alternativpresse nutzen derartige Informationen bereits. Auch engagierte Personen etwa aus Brgerinitiativen finden hier und da Ntzliches zu ihrem jeweiligen Interessengebiet. Eine andere M”glichkeit, Sinngehalte "abzusaugen", besteht fr den Journalismus ganz einfach darin, ber die Netze selbst zu be- richten. Bestes Beispiel dafr ist die feine und etwas berheb- liche Wochenzeitung "Die Zeit", in der ab und an kleine feuille- tonistische Artikel ber elektronische Netze erscheinen. So wurde krzlich ber den kanadischen Science-fiction-Autor William Gib- son berichtet, der ein Buch als Computerdiskette ver”ffentlichte. Nach einmaligem Lesen verschwindet der Text von der Diskette. Findige Computerfreaks hatten den Text jedoch konserviert und ber die Netze verbreitet, bis er wohl auch auf dem privaten Mo- nitor des Zeit-Redakteurs auftauchte. Fachjournalisten, die fr Computerzeitschriften schreiben, nutzen das Netz eher zum Pflegen pers”nlicher Kontakte mittels elektro- nischer Post. Nutzbar ist das Netz z.B. auch derart, daá ein Schriftsteller Public-domain-Programme aus Mailboxen zieht, ber das Netz Kontakte zu ihren Urhebern aufnimmt, die Software so dokumentiert und dann als Buch samt Diskette fr alle diejenigen ver”ffentlicht, die bisher nicht an die Brgernetze angeschlossen sind. Fr den groáen Teil der Nutzer elektronischer Netze bedeu- tet das "Saugen" in der Tat die Neugier auf immer neue und mehr oder weniger ntzliche Public-domain-Programme oder das Lesen technischer Diskussionen, die h„ufig ntzliche Informationen fr den Anwender enthalten. Auch bei Journalisten oder anderen ist die Nutzung des Mediums fr berufliche oder andere Zwecke aus der Neugier an der Technik, aus dem Computer als Hobby entstanden. (B) Ausstreuen von Informationen -------------------------------- War im vorangegangenen Abschnitt die Rede von denjenigen, die aus den Netzen etwas herausnehmen, so folgt hier die Darstellung der Anbieterseite. Die elektronischen Kommunikationsnetze eignen sich zun„chst hervorragend zum Ausstreuen von Programmen. Diese M”g- lichkeit wird auch ausgiebig genutzt. Doch ist dies nur eine Sei- te des Brgernetzes. Ebenso eignet es sich zur Verteilung der verschiedensten denkbaren Inhalte. In den "CL"-Rubriken, die politischen Themen vorbehalten sind, ver”ffentlichen Vereine, Brgerinitiativen und andere Institutionen oder Personen ihre Beitr„ge. Programmatische Texte finden hier ebenso Eingang wie Veranstaltungsankndigungen, Pressemitteilungen oder aktuelle Be- richte ber Ereignisse, die in herk”mmlichen Medien zu wenig Ge- h”r finden. So berichten Studenten ber ihre Aktionen gegen verfehlte Abfall- beseitigungskonzepte; der Antifaschismus meldet ausl„nderfeindli- che šbergriffe, die in den herk”mmlichen Medien kaum noch gemel- det werden; Parteien machen Propaganda ber ihre Arbeit im Bun- destag; amnestie international tr„gt F„lle von Menschenrechts- verletzungen vor usw. Die Liste lieáe sich beliebig erweitern. Allerdings stellt sich bei manchen Anbietern nach einiger Zeit das Gefhl ein, das Ausstreuen der Informationen habe nur geringen oder gar keinen Erfolg. Anderen ist der Arbeitsaufwand des Einspeisens zu groá. So wurden eine Zeit lang die Pressemit- teilungen des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten in das Netz gespeist. Wahrscheinlich aufgrund der deutlichen Arbeitsbelas- tung - die Beitr„ge wurden von einem dortigen engagierten Mitar- beiter eingespeist - haben diese Netz-Aktivit„ten nachgelassen (vgl. Abschnitt C). Was von den beteiligten Anbietern leider bisher zu wenig erkannt wird, ist die Tatsache, daá eine erfolgreiche Zukunft des Netzes als im weitesten Sinne politisches Medium von der Kontinuit„t der Angebote abh„ngt. Nur wenn den Anbietern fundierter Informationen nicht "die Luft ausgeht", wird sich das Netz als wirkliches Br- gernetz etablieren k”nnen. Noch sind viele Menschen, die diese Angebote elektronischer Kommunikation annehmen und verwenden k”nnten, nicht im Netz. Das wird erst in einigen Jahre der Fall sein. Der eingangs genannte Mieterverein m”chte bekannt werden und streut Hinweise auf seine Arbeit in entsprechende Themenrubriken des Netzes. Dies wird zun„chst wenig Erfolg haben, weil die Zielgruppen des Vereins sich wenig mit den Teilnehmern des Netzes decken. Nun k”nnte aber ein jugendlicher Computerfreak etwas ber die Angebote der Mieterorganisation im Netz gesehen haben und erz„hlt davon seiner Oma, die gerade von der Umwandlung ihrer Miet- in eine Eigentumswohnung betroffen ist. Der Knackpunkt bei einem derartigen Streuen von Informationen liegt in der flieáenden Grenze zwischen Information und Werbung. Wo h”rt die Nachricht auf, und wo f„ngt die kommerzielle Werbung an? Netzknoten-Betreiber und Benutzer haben wiederholt ber diese Fragen diskutiert. Dabei zeigte sich, daá Werbung berwiegend ab- gelehnt wird. Žhnlich ist es mit der Propaganda politischer Par- teien. Auch hier sind die Nutzer sehr sensibel und wehren sich mittels „uáerst wirksamer Kommentare. Eine L”sung des Problems liegt im Kompromiá: So werden Beitr„ge von Parteien nunmehr in spezifische Themenrubriken eingespeist. Ein Netznutzer, der von den Beitr„gen der Parteien verschont bleiben m”chte, bestellt diese also einfach ab. Die Einrichtung der Themenrubriken fr Parteien schlieát selbstverst„ndlich Parteienvertreter nicht grunds„tzlich von den brigen Themenrubriken ab! (C) Kontakte knpfen -------------------------------------------- Wie sich in den Abschnitten (A) und (B) bereits andeutet, liegt gerade die Kontaktaufnahme zwischen Teilnehmern in der Natur des neuen Mediums. Meist ist das Entstehen der Kontakte sachbezogen. Ein typisches Beispiel aus dem Z-Netz w„re das Stellen einer technischen Frage: Ein Computerbenutzer hat Schwierigkeiten bei der Bedienung eines bestimmten Programms. Er formuliert das Pro- blem kurz und gibt den Text dann in eine entsprechende Themenru- brik. Da der Text an unz„hlige Netzteilnehmer weitergeleitet wird und, wenn er nicht zu lang ist, auch gelesen wird, besteht eine gute Aussicht auf eine Antwort. Der Fragende und der Antwortende stellen also ber das Netz einen Kontakt her, der ohne das Netz undenkbar gewesen w„re. Denn in einer Zeitung h„tte der Hilfesuchende sein Problem wohl kaum an- nonciert, und sein bloáer Freundeskreis w„re sicher zu klein ge- wesen, um auf die spezifische Frage eine Antwort zu bekommen. Zwar sind auch die Antworten, die aus dem Netz kommen, vielfach nur von der Art der Solidarit„tsfloskelei: "Ja, genau dieses Problem habe ich auch!" Doch wenn wirklich hilfreiche Antworten kommen, wird man fr die Zukunft wissen, an wen man sich wenden kann. Der Verfasser selbst hat mit dieser Funktion des Netzes bereits viele gute Erfahrungen machen k”nnen. Er konnte nicht nur von dem Wissen anderer profitieren, sondern hat umgekehrt auch anderen Netzteilnehmern weiterhelfen k”nnen. Manchmal entstehen ber ein Problem sogar ganze Fachdiskussionen zwischen verschiedensten Netz-Nutzern. Dies geschieht nicht nur aus fachlichem Interesse der Beteiligten sondern auch aufgrund der einfachen Bedienbarkeit des Netzes. Es erfordert eben nur einen Tastendruck, um auf eine ”ffentliche Mitteilung zu reagie- ren. Anschrift, Themenrubrik und Betreffzeile werden dann ent- sprechend automatisch generiert. Ebenso wird das Textverarbei- tungsprogramm automatisch aufgerufen. Das Zitieren von Nachrich- ten wird dadurch erleichtert, daá diese automatisch und zitierf„- hig im aufgerufenen Textverarbeitungssystem auftauchen und dort vom Antwort-Schreibenden "verhackstckt" werden k”nnen. W„hrend die Chance, zu computerspezifischen Themen fundierte Ant- worten zu bekommen, sehr hoch ist, sieht es bei anderen Themenbe- reichen derzeit leider noch nicht besonders gut aus. Der Grund dafr liegt natrlich in der simplen Tatsache, daá es bisher noch weitgehend computerbegeisterte Zeitgenossen sind, die sich der nicht-kommerziellen Computernetze bedienen. Ein Jurist - das Bei- spiel wurde bereits genannt - wird keine Fachinformationen fin- den, wenn er sie nicht selbst einspeist. Ernsthaft l„át sich aber sagen, daá die Chance, im Netz Fachkollegen zu finden, mit zuneh- mender Teilnehmerzahl steigt. Der Durchbruch wird dann geschafft sein, wenn Juristen, Lehrer, Wissenschaftler usw. ihre Scheu ver- lieren, mit dem Netz Kontakt aufzunehmen. Was eines Tages ein sinnvolles Hilfsmittel zum Informations- und Erfahrungsaustausch werden k”nnte, das muá am Anfang spielerisch entdeckt werden. Und die Entt„uschung ber die geringe inhaltliche Qualit„t darf nicht dazu fhren, die Teilnahme sofort wieder aufzugeben. Ein Exkurs zeigt uns, wie neue Teilnehmer ins Netz geraten (eine verr„terische Formulierung?). Dazu ein sch”nes Beispiel aus der Praxis: Ein Rechtsreferendar - selbst Betreiber einer nichtkom- merziellen Mailbox - ist eine Zeit lang beim Datenschutzbeauf- tragten eingesetzt. Eines Tages bringt der Referendar eine Dis- kette mit, auf die er am Morgen die neuesten Nachrichten vom Tage aus dem Computernetz berspielt hat. Auf einem in der Dienst- stelle zu Testzwecken vorhandenen Personal Computer schaut sich ein Referatsleiter das an und ist spontan begeistert: "Diese ganzen Beitr„ge kommen t„glich ber das Netz?" - "Noch viel mehr!" antwortet der Referendar. Spontan entschlieát sich der Referatsleiter, selbst ein Modem zu kaufen, und strzt sich auf das Netz und beantwortet hier und da Fragen zum Datenschutz. Auch speist er offizielle Presseerkl„rungen des Datenschutzbeauftrag- ten ins Netz. Ein Nicht-Computerfreak ist also zum Teilnehmer ge- worden. Bald jedoch merkt er, daá die Inhalte doch nicht zu seiner Zu- friedenheit sind. Es kommen halt zu wenige fundierte Beitr„ge. Da er auch ansonsten ein vielbesch„ftigter Mensch ist und nicht st„ndig mit Fragen aus dem Netz konfrontiert sein will, zieht er sich bald etwas zurck, verfolgt das Geschehen aber weiterhin sehr aufmerksam. Zwei Jahre sp„ter kommt der Mann auf die Idee, das Computernetz fr den Landtagswahlkampf seiner Partei - er ist im Landesvorstand - einzusetzen. Er ist auf die Idee gekommen, die einzelnen Gesch„ftsstellen zum Austausch von Meinungen und Material als geschlossene Benutzergruppe zu vernetzen, das System also als Organisationsmittel einzusetzen, wie es hier im Ab- schnitt (E) beschrieben wird. Der Aufbau der technischen Struktur gelingt zwar recht schnell, doch bleibt abzuwarten, ob die ein- zelnen Mitglieder in den Gesch„ftsstellen den Nutzen der neuen Einrichtung ebenso schnell erkennen werden. Doch kehren wir zum Thema dieses Abschnitts zurck! Das Knpfen von Kontakten ber das Netz geschieht nicht nur fachspezifisch. Es finden h„ufig auch Personen zusammen, die sonst wohl nie mit- einander gesprochen h„tten. Der Grund liegt darin, daá es fr den Nutzer nur geringen Aufwand bedeutet, Themenrubriken anzufordern. So wird die reine Neugier ihn dazu fhren, zun„chst auch solche Rubriken zu bestellen, die ihm exotisch erscheinen. Das fhrt dann meistens auch dazu, daá der Nutzer in diesen Brettern eigene Kommentare anbringt. So wird jemand erstmals - so erging es dem Verfasser - mit politisch extrem linken Positionen konfrontiert. Das Medium kann also zur Meinungsbildung dienen. Manchmal ist die Ansicht zu h”ren, Meinungsaustausch in Netzen fhre zur Vereinheitlichung, zur groáen Angleichung der Stand- punkte, wirke also generalisierend. Dieser Eindruck ist in der Praxis jedoch nicht zutreffend. Gerade in diesem Medium, wo die Personen einander weitgehend frei und unbefangen gegenbertreten, ist vielmehr eine Festigung von Standpunkten zu erwarten. Diese Standpunkte werden aber zweifellos differenzierter sein, weil die Gelegenheit wahrgenommen wurde, sich an den Sichtweisen anderer zu messen und sich von ihnen, es l„át sich sagen: inspirieren zu lassen. Das Wandeln im Netz ”ffnet somit die groáe Chance, ber den Rand des eigenen Tellers hinauszuschauen! - Lebt nicht davon lebendige und fortentwickelte Demokratie? Erw„hnenswert ist noch eine besondere Kultur, die durch elektro- nische Kommunikation gef”rdert wird. Es ist der Trend zur Offen- heit. Zwar fhrt die restringierte Form der im wesentlichen ver- balen šbertragung oftmals zu berflssigen Streitereien, doch gleichzeitig verliert der Teilnehmer im Netz schnell die Scheu, sich ”ffentlich zu „uáern. Somit ist der pers”nliche Brief, die Nachricht von Person zu Person eher von geringer Bedeutung. Dies ist eine fr manchen Leser vielleicht berraschende Beobachtung. (D) Feedback fr Printmedien ------------------------------------ Es ist die Computer-Fachpresse, die den elektronischen Datenaus- tausch in nicht-kommerziellen Netzen zuerst fr sich entdeckt hat. So existiert derzeit nicht nur eine elektronische Adresse, unter welcher die Redaktion einer bedeutenden Computerzeitschrift erreichbar ist, sondern es wurde auch eine ”ffentliche Themenru- brik eingerichtet, in der Inhalte dieser Zeitschrift von den Netzteilnehmern diskutiert werden. Aus dieser Rubrik entnimmt die Redaktion Texte, die dann als Leserbriefe in der Zeitschrift ver”ffentlicht werden. Abgesehen von der ungekl„rten Rechtsfrage, wem die Rechte fr Beitr„ge zufallen, handelt es sich technisch gesehen um eine ganz gew”hnliche Themenrubrik. Fr die Zeitschrift liegt der Vorteil dieser Einrichtung zun„chst in der zweifellos verbesserten Leserbindung. Im Gegensatz zum klassischen Leserbrief haben viele Leser, die in der Rubrik der Zeitschrift schreiben, das verst„rkte Gefhl, aktiv an der Gestaltung der Zeitschrift beteiligt zu sein, zumal sich auch hier und da Autoren der Zeitschrift zu Wort melden. Weiterhin ist davon auszugehen, daá es der Redaktion nunmehr viel leichter f„llt zu erkennen, welche Themen die Leser interessieren. Hier liegt sicher eine hervorragende Informationsquelle zur Produktop- timierung. Seit Juli 1993 werden die Texte der in Berlin erscheinenden Ta- geszeitung "Junge Welt" in einige Mailboxen des Z-Netzes (darunter die Comlink-Hamburg des Freien Telekommunikations- Zentrums Hamburg e.V.) eingespeist. Lesen k”nnen die Texte allerdings nur diejenigen Teilnehmer, die zuvor einen Vertrag mit der Organisation schlieáen, die das Material einspeist. Der Preis fr den elektronischen Bezug der Zeitung ist dabei weitaus gerin- ger als der des Abonnements fr das gedruckte Exemplar. Doch es muá nicht gleich eine eigene Themenrubrik oder die Ein- speisung des gesamten Inhalts eines Druckerzeugnisses sein, damit Printmedien vom Feedback der elektronischen Netze profitie- ren. Schon ein einzelner Journalist, der eine Netzadresse hat, wird zu seinen Artikeln Rckmeldungen bekommen. So kann sich bei- spielsweise der Autor von kernenergiebefrwortenden Artikeln in einer bedeutenden deutschen Wochenzeitung sicher sein, daá er bitterb”se Briefe dazu ber das Netz erh„lt. Der Redakteur kann direkt antworten, und manchmal entstehen regelrechte Streitge- spr„che zwischen ihm und dem Leser. Auch hier entsteht eine N„he zwischen Redakteur und Leser, wie es ohne das Brgernetz nicht denkbar ist. Es dr„ngt sich brigens der Eindruck auf, daá Journalisten, die das Netz bereits heute nutzen, ein Interesse daran haben, den weltweiten Informationsaustausch in nicht-kommerziellen Mailbox- Netzen m”glichst im Verborgenen zu halten, um die teilweise ver- wertbaren Informationen m”glichst fr sich zu haben, und sich so durch "Geheimwissen" den eigenen "Informationsvorsprung" zu sichern. Umgekehrt kann es aber auch sein, daá gerade im Netz pr„sente Journalisten noch nicht erkannt haben, welche unerh”rten Chancen in dem Medium stecken. Vielfach werden die nicht-kommer- ziellen Informationsnetze eher noch als witzige technische Spie- lerei gesehen, ohne den tats„chlichen oder zuknftigen Nutzwert zu sehen. Aber der Journalismus - es sei hier unterstellt - ist weitaus fuchsiger als viele glauben. (E) Organisationsmittel ----------------------------------------- Nicht zuletzt in der Nutzung als Organisationsmittel zeigt das neue Medium seine berragende St„rke. Erst krzlich konnte sich der Verfasser erneut von der Effizienz dieser Funktion berzeu- gen, als er an den Vorbeireitungen zu den ersten Kieler Netz- Tagen, einem Kongreá der deutschsprachigen Computer-Szene, betei- ligt war. Die Veranstalter der Netz-Tage haben die Planung in krzester Zeit absprechen und koordinieren k”nnen, obwohl sie in Kiel, Hamburg und Oldenburg verteilt saáen. Der Schlssel lag in der Einrichtung einer sog. "Mailinglist", die in ihrer Funktion der geschlossenen Benutzergruppe entspricht. Ohne unz„hlige und teure Ferngespr„che fhren zu mssen, ohne sich st„ndig Briefe oder Materialien zuschicken zu mssen, wurden nahezu alle anfal- lenden Fragen ber das Netz erledigt. Dabei wurden Adressenlisten versand, Zust„ndigkeiten gekl„rt und der jeweils neueste Stand des Veranstaltungsablaufs zug„nglich gemacht. Wurde ein Einla- dungstext in Oldenburg grob skizziert, so konnte er am folgenden Tag in Hamburg ausformuliert werden. Gleichzeitig war dieser Vor- gang selbstverst„ndlich in Kiel mitzuverfolgen. Und von dort kam auch prompt der Hinweis auf das Fehlen eines wichtigen Inhalts in dem Text. Ebenso wie die Veranstalter der Netz-Tage '93 k”nnten auch andere Organisationen die bestehenden Strukturen des Netzes nutzen, um ihre Arbeit zu optimieren. So k”nnte eine Brgerinitiative auf die Idee kommen, ihre einzelnen Mitglieder zu vernetzen, um etwa Entscheidungen schnell und unkompliziert herbeizufhren. Dabei w„re es gleichgltig, ob der Anschluá regional oder berregional erfolgt. Denkbar w„re auch eine Anbindung von einzelnen Ge- sch„ftsstellen einer Organisation, wie es die Idee des oben erw„hnten Landesvorstandsmitglieds einer Partei war. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Doch genau darin liegt derzeit noch das Problem. Zun„chst ist das Medium bisher nur von einer geringen Zahl potentieller Nutzer entdeckt worden. Dies liegt an der geringen Resonanz der Brger- netze in den Massenmedien und den geringen finanziellen und per- sonellen Mitteln der ehrenamtlichen "Netzanbieter", die nicht leugnen k”nnen, daá ihre Systeme nach wie vor Amateurcharakter haben. Weiterhin fehlt es an erprobten und als Standard zu imple- mentierenden Konzepten. Der Grund dafr ist nicht zuletzt, daá solche angesichts der unterschiedlichen Nutzungsformen der Netz- kommunikation auch gar nicht sinnvoll sind - jede Person bzw. Organisation muá schlieálich selbst ihr Optimum finden. Und dazu bedarf es eines gewissen Maáes an Pioniergeist. Daá es auch Grenzen des Mediums gibt, soll nicht verschwiegen werden. So kann elektronische Kommunikation grunds„tzliche, orga- nisationsimmanente Probleme nicht l”sen. Ein Verein ohne die ausreichende Zahl aktiver Mitglieder und ohne ausreichende finan- zielle Ressourcen wird auch mittels neuer Medien nicht schlag- kr„ftiger. Und Organisationen, die l„ngst hierarchisch struktu- riert sind, erhalten durch die Vernetzung der Computer nicht automatisch eine basisdemokratische Struktur. Die Erscheinungs- form sozialer Verb„nde scheint sich doch an anderen Faktoren zu orientieren. Weiterhin kann mangelnde Erfahrung im Umgang mit der neuen Kommu- nikationsform der vernetzten Computer alle Hoffnungen auf eine effizientere Entscheidungsfindung in Organisationen zunichte machen. Die Gefahren des in der Literatur beschriebenen "flaming", also des offensichtlich grundlosen gegenseitigen Be- schimpfens im Netz und auch die "thread drift", das Verlieren des eigentlich zu l”senden Problems, sind nicht zu untersch„tzen. Hier ist nicht der Raum, diese unbewuáten Fehlsteuerungen n„her zu erl„utern. Fest steht jedoch, daá jeder Nutzer nach der rein technischen Schulung zun„chst eine Netz-soziale Lernphase durch- machen muá. Dies bei der Planung der Vernetzung von Organisatio- nen zu bercksichtigen ist dringend zu empfehlen! Zusammenfassend l„át sich sagen, daá es bereits derzeit eine gan- ze Reihe von Personen gibt, fr die die bestehenden nicht-kommer- ziellen Kommunikationsnetze mehr sind als reine Freizeitbe- sch„ftigung. Die Nutzung durch Brgerinitiativen und andere ge- sellschaftspolitische Organisationen kommt im deutschsprachigen Raum erst langsam in Gang. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Hinweis, daá das Medium nur in dem Maáe erfolgreich sein kann, als sich Menschen finden, die Inhalte an das System herantragen. Erfolgreiche Nutzung h„ngt also zun„chst von der "Sinninvesti- tion" des einzelnen ab. Wer heute an dieser Kommunikationsform teilnimmt, kann nicht er- warten, fest eingespielte und vorgegebene Nutzungsformen vorzu- finden. Vielmehr muá akzeptiert werden, daá ein gewisser Pionier- geist derzeit noch erforderlich ist. Leider weisen die Protago- nisten der neuen Technik bisher zu wenig auf diese Tatsache hin und wecken somit hier und da falsche Erwartungen. M”glicherweise liegt es daran, daá ihnen selbst nicht bewuát ist, auf welchem Neuland sie sich bewegen. Der Gedanke, politischen und anderen Initiativen oder Organisationen die M”glichkeit zu geben, ihre Computer miteinander zu vernetzen, mag auf der Hoffnung basieren, schlieálich eine verbesserte Form der Demokratie zu finden, die dem einzelnen Brger ein gr”áeres Mitspracherecht erm”glicht. Zum gegenw„rtigen Zeitpunkt l„át sich darber jedoch noch nicht urteilen. Eine groáe Herausforderung bleibt Vernetzung jeden- falls. Literatur ------------------------------------------------------- Borchers, Detlef (1993): Teamgeist. Trends und Perspektiven auf dem Groupware-Markt. c't Magazin fr Computer-Technik (3): 100-104. Brand, Stewart (1990): Medialab. Computer, Kommunikation und neue Medien. Die Erfindung der Zukunft am MIT. Reinbek b. Ham- burg: Rowohlt. Eckert, R./Vogelsang, W./Wetzstein, T./Winter, R. (1991): Auf di- gitalen Pfaden. Die Kulturen von Hackern, Programmierern, Crackern und Spielern. Opladen: Westdeutscher Verlag. Kubicek, Herbert/Rolf, Arno (1985): Mikropolis. Mit Computernet- zen in die "Informationsgesellschaft". Hamburg: VSA. M”ller, Frank (1993): Vom Ritt auf der Schockwelle zur kulturin- tegrierenden Kommunikation. Das Freie Telekommunikations- Zentrum Hamburg e.V. schafft Verbindungen zwischen Menschen. ftz-Magazin Nr. 1: 2-5. Polatschek, Klemens (1993): Zuletzt lacht doch die Matrix. Der Science-fiction-Autor William Gibson wollte ein Buch schrei- ben, das sich selbst auffriát. Er hat versagt. Die Zeit Nr. 4 (22. Januar): 65. Schring, Hendrik (1990): Mailboxen im Vertrieb. L”sungen fr Kommunikationsprobleme. Cogito - Informationen wirtschaft- lich nutzen 6(3): 44-50. Sproull, Lee/Kiesler, Sara (1991): Vernetzung und Arbeitsorgani- sation. Spektrum der Wissenschaft (11): 112-120. Vogler, Thomas (1991): šber Netze. Betrachtungen ber Netz-Struk- turen & -Entwicklungen. Z-Netz: /koordination/user+sysops (3. August). Frank M”ller studiert Politikwissenschaft und Informatik an der Universit„t Hamburg und hat mehrj„hrige Erfahrung mit elektroni- scher Kommunikation in nicht-kommerziellen Brgernetzen. ----------------------------------------------------------------- Dies ist die Disketten-Ausgabe des ftz-Magazins. Das ftz-Magazin erscheint unregelm„áig und will allen Interessierten ein Bild von den M”glichkeiten weltweiter elektronischer Brgernetze vermit- teln und zur Teilnahme einladen. Der Abdruck von Artikeln aus dem ftz-Magazin ist mit Quellenangabe und gegen Belegexemplar frei. Alle Ausgaben des ftz-Magazins sind auch auf Papier gedruckt er- h„ltlich. Fragen Sie uns! 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